Sant Daniel, Oktober 2017

Katalonien ist politisch im Umbruch. Jeden Tag demonstrieren die Leute in den Städten gegen die Repressalien der spanischen Regierung. In Girona sind die Befürworter der Unabhängigkeit spürbar in der Überzahl – die 12 Uhr-Demonstrationen vor der Stadtverwaltung in der Altstadt haben fast religiösen Charakter.

In Sant Daniel verfolge ich die politischen Unruhen im Radio.  Ungefähr alle 2 Tage verbringe ich ein paar Stunden im Studio einer befreundeten Architektin, wo ich den Anschluss an die Außenwelt wiederherstelle.

Es ist sehr warm für die Jahreszeit und es hat lange nicht geregnet. Das Wasser ist extrem knapp, der Brunnen ist fast leer. Besonders wegen der Waldbrandgefahr ist das fehlende Wasser ziemlich beunruhigend. Also gehen wir besonders sparsam mit den letzten Tropfen um: duschen ist nicht, mein Badezimmer besteht aus einer Emailleschüssel und einem Waschlappen. Pep springt sowieso lieber in das Wasserbecken zu den Fischen.

Am Mittwoch ziehen endlich regenversprechende Wolken auf. Abends zieht von Westen ein heftiges Gewitter heran, was reichlich Regen mitbringt. Es regnet die ganze Nacht und mehrere Stunden am Donnerstag.

Heute, am Freitag, scheint allerdings schon wieder die Sonne… das war lange nicht genug Wasser.