Dieses Jahr führt die Sommerreise für einen ganzen Monat nach OWL. Los gehts am 3. August, das Fahrrad kommt mit. Das Laptop ist auch dabei, etwas Arbeit ist im Gepäck und in Bielefeld warten familientechnische Aufgaben. Was die Freizeitplanung angeht, stehen Radtouren in der Umgebung von Bielefeld und im Ruhrgebiet auf der Wunschliste.

Die ersten Ausflüge bieten Impressionen rund um den nahegelegenen Obersee in Schildesche.
Schon lange mal wollte ich das Ruhrgebiet mit dem Fahrrad erfahren. Von Bielefeld aus ist die Anfahrt zu vielen interessanten Punkten in weniger als 2 Stunden mit dem Regionalzug kurz. Am 6. August fahren meine Mutter und ich in die Zeche Zollverein nach Essen. Das alte Zechengelände ist aufwendig restauriert und für diverse Kunst- und Kulturveranstaltungen hergerichtet.
Im Schacht 12 der Zeche befindet sich auf 4 Ebenen das Ruhrmuseum. Die Ausstellung ist thematisch so vielfältig wie umfassend. Neben den Themenbereichen Geologie, Biologie, Industrie- und Gesellschaftsgeschichte der Region gibt es ein großes Kuriositätenkabinett, in dem so unterschiedliche Objekte wie eine Puppenstube vom Anfang des 20. Jhds., eine Autoantenne (Opel Manta) mit Fuchsschwanz und ein Einmachglas mit Trinkwasser aus dem zweiten Weltkrieg ihre Geschichten erzählen.
Am Sonntag den 11. August probiere ich die nagelneue installierte Navigations-App von Komoot aus. Zusammen mit Thorsten geht die Radtour von Herford über Bad Salzuflen, Vlotho und Bad Oeynhausen nach Löhne. Es gibt kaum Fotos von der Tour, da das Handy für die Navigation fest in der Halterung am Lenker sitzt, die mir Thorsten netterweise dafür geliehen hat.
Am vorletzten Augustwochenende steht endlich die lang anvisierte Radtour mit Maria an der Ruhr auf dem Plan. Zum Auftakt besuchen meine Mutter und ich am Freitag, den 23. August die Ausstellung „Der Berg ruft” im Gasometer in Oberhausen. Eine fantastische Inszenierung großformatiger Fotografien von Gebirgen auf der ganzen Welt. Absolutes Highlight ist das umgekehrt aufgehängte Matterhorn im Obergeschoss, auf welches mit Beamern verschiedene Zustände des Bergmassivs projiziert werden: Tageszeiten, Jahreszeiten, Höhenlienen, die Route der Erstbesteigung u.a. Vom begehbaren Dach des Gasometers aus haben wir – dank des herrlichen Sommerwetters – eine eine grandiose Aussicht über das Ruhrgebiet.
Nachmittags fährt meine Mutter mit dem Zug zurück nach Bielefeld und ich nehme mit dem Rad den Weg entlang des Rhein-Herne-Kanals nach Duisburg, wo am frühen Abend Maria ankommt.
Nachdem wir unser Gepäck in die Jugendherberge am Sportpark Duisburg Süd gebracht haben, radeln wir quer durch die ganze Stadt nach Norden. Wir erreichen den Landschaftspark Duisburg Nord bei anbrechender Dämmerung . Die stillgelegte Zeche ist für Besucher frei begehbar. Im Publikum sind viele Fotografen, die das Spektakel des Sonnenuntergangs und der anschließenden farbigen Beleuchtung des Industriedenkmals verfolgen.
Samstag, 24. August. Wir starten von der Jugendherberge in Richtung Ruhr und fahren zunächst im Duisburger Süden an dem großen Gelände des Sportparks mit zwei langen Ragattakanälen entlang. Sofort hinter dem Stadtrand beginnt ein sehr wasserreiches Gebiet mit großen, flachen Seen. Es wird gesurft, gerudert und gepaddelt… Der Badebetrieb scheint jedoch trotz der hohen Temperaturen nicht so attraktiv zu sein, wir sehen nur wenige Schwimmer. In Saarn erreichen wir den stark befahrenen Ruhrradweg. Über Kettwig geht unser Weg immer an der Ruhr entlang bis nach Werden (Essen), wo wir die Nacht verbringen.
Wir beschließen den Tag mit einem Ausflug (zu Fuß) an den Baldeneysee. Aber aus dem erhofften Badevergnügen wird auch hier so recht nichts. Das sogenannte Freibad ist eher ein Freizeitpark – mit sehr vielen Angeboten wie Tischtennis, Klettern, Karaokezelt, Beachbars – aber der abgezirkelte Badebereich ist kaum 5 Schwimmzüge lang.
Am Baldeneysee reihen sich Rudervereine, Kanuvereine und sonstige Wassersporteinrichtungen am Ufer dicht aneinander. Es ist das letzte Wochenende der Sommerferien in NRW und es scheint DAS Wochenende im Jahr zu sein für die Vereinsfeiern. Überall wird gegrillt, Bands spielen und auf der Uferprommenade tummeln sich entspannte Sommergäste.
Sonntag, 25. August. Heute haben wir eine lange Route vor uns von Werden nach Hagen. Es ist nicht nur noch heißer als gestern, sondern auch sehr schwül. Wir beschließen, einen Mäander der Ruhr abzuschneiden und verlassen den Ruhrradweg bei Kupferdreh. Sobald man das Ruhrtal verlässt, steigt das Gelände an. Die Stecke über Velbert-Nierendorf ist anstrengend, führt aber durch sehr schöne Waldstrecken. Bei Hattingen stoßen wir wieder auf den Ruhrradweg. Über Witten, Wetter und Herdecke erreichen wir Hagen am späten Nachmittag. Maria fährt um kurz nach 18 Uhr zurück nach Köln.
Ich bleibe eine Nacht in Hagen und bekomme vor meiner Weiterfahrt nach Dortmund am Montagmorgen eine wunderbare Führung durch das Emil Schumacher Museum von seinem wissenschaftlichen Leiter Rouven Lotz. Die Werke des 1912 in Hagen geborenen Malers waren mir bisher unbekannt und gehen als interessante Bereicherung in meine Erinnerung ein. Die letzte Etappe nach Dortmund führt vorbei an der Ruine der Hohensyburg und beschert bei sengender Hitze ein paar steile Herausforderungen. Aber, wie immer, auch schöne Momente und Aussichten. Am Nachmittag nehme ich von Dortmund aus den Zug zurück nach Bielefeld.
Ein paar Tage vor meine Abreise nach Berlin bietet ein Besuch bei einer Freundin in Borgholzhausen noch Gelegenheit für eine schöne Tour. Von Schildesche führt die Route auf kleinen, wenig befahrene Straßen und Feldwegen über Theesen, Schröttinghausen, Werther und Wichlinghausen nach Borgholzhausen.













































































